Eigentlich sorgt Tchibo eher mit kuriosen Produkten oder erneuten Kaffee-Preiserhöhungen für Aufsehen. Doch nun hat das deutsche Traditionsunternehmen mächtig Ärger am Hals.
Tchibo wird verklagt. Neben dem Unternehmen sind auch vier weitere bekannte Firmen betroffen. Die Gründe sind fatal.
Tchibo: Wirklich nachhaltig?
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat gegen Tchibo Klage eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen bewirbt seine Schuhe und Kleidung als „nachhaltig“, ohne diese Aussage näher zu begründen. „Solche Begriffe suggerieren Verbrauchern Umweltvorteile, die tatsächlich nicht nachvollziehbar oder belegbar sind“, erklärt die DUH. Tchibo hat auf die Vorwürfe bereits reagiert.
So wurden bereits Anpassungen an der Werbung vorgenommen, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber „T-online“ erklärt. Die Klage sei laut ihm ein „formaljuristischer Schritt“, Tchibo nehme das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst. Neben Tchibo wurden auch vier weitere große Firmen verklagt.
Tchibo: Auch SIE stehen in der Kritik
Während der Kosmetikkonzern L’Oréal wegen seines „Nachhaltigkeits-Engagements“ in der Kritik steht, wird bei der Baumarkt-Kette „Toom“ bemängelt, dass Laminat als „gut für die Umwelt“ verkauft wird. Auch die Firmen Coty und Deichmann müssen sich wie Tchibo und Co. mit einer Klage der DUH befassen.
Dem amerikanischen Unternehmen Coty wird vorgeworfen, Sonnencreme als „ocean friendly“ (ozeanfreundlich) zu bezeichnen, ohne transparent darzulegen, auf welcher Basis diese Bezeichnung beruht. Deichmann soll in seinem Online-Shop hingegen unzureichend begründete Nachhaltigkeitsversprechen gemacht haben. Deichmann und Coty berichteten bereits laut „T-online“, auf die Kritik der DUH mit Änderungen reagiert zu haben.
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Eine Sprecherin von Coty erklärt, dass das Unternehmen die umstrittene Bezeichnung „ocean friendly“ bereits im vergangenen Jahr aus dem Sortiment genommen habe. „Die DUH ist darüber seit Januar informiert. Eine Klage ist daher einigermaßen erstaunlich“, erzählt sie. Möglicherweise können bald auch weitere Unternehmen neben Tchibo und Co. mit Klagen der DUH rechnen.
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Die DHU geht aktiv gegen Greenwashing vor. Seit Dezember 2024 hat die Organisation bereits 19 Verfahren wegen ähnlicher Vorwürfe eingeleitet. Weitere sollen folgen. „Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein Recht auf verlässliche Informationen über die Umweltverträglichkeit von Produkten“, fordert die DHU. Bleibt zu hoffen, dass Tchibo und Co. nicht bald wieder eine Klage der DHU am Hals haben.