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Nordsee: Bagger machen Naturschutzgebiet platt – „Werden wüst beschimpft“

Zerstörung im Dünenwald an der Nordsee. Spaziergänger sind entsetzt über die schweren Maschinen, die das Naturschutzgebiet platt machen.

© IMAGO / Bihlmayerfotografie

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Ein Naturschutzgebiet an der Nordsee unter schwerem Beschuss. Spaziergänger und Anwohner sind entsetzt. Mitten im schützenswerten Dünenwald rollen tonnenschwere Bagger, hinterlassen tiefe Wunden im Sand und fällen Bäume.

Eben noch Naturidylle und plötzlich massive Rodungsarbeiten. Was steckt dahinter? Ein Küstenschutzprojekt mit fragwürdigem Vorgehen oder schlichtweg Naturzerstörung?

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Viele Winterwanderer sind schockiert. In einem Gebiet, in dem nicht einmal ein kleiner Schritt abseits der Wege erlaubt ist, pflügen jetzt Bagger die Landschaft um. Nicht nur Spaziergänger sind aufgebracht, auch die Forstarbeiter vor Ort stehen unter Dauerbeschuss.

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Revierförster Patras Scheffler berichtet gegenüber dem „shz“ von aggressiven Reaktionen: „Manche Leute verstehen einfach nicht, was wir hier tun, sie schreien uns an und werfen uns Naturzerstörung vor!“ Dabei, so betont er, sei das Ziel der Arbeiten ein gesünderer Wald. Doch erklären kann man viel, die Bilder des Kahlschlags sprechen für sich.

Naturschutz oder Naturfrevel an der Nordsee?

Die Verantwortlichen vom Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt (DHSV) sehen die Sache ganz anders. Dem DHSV-Geschäftsführer Jan Paul Bonse zufolge entkusseln sie den Wald, um einheimischen Pflanzen und Tieren eine bessere Chance zu geben.


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Schwarzkiefern und Kaktusmoos breiten sich unkontrolliert aus und würden langfristig das gesamte Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen. Ein weiteres Argument der Befürworter. Die Dünen seien der einzige natürliche Schutz gegen Hochwasser in der Region.

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„Wir kümmern uns darum, dass dieser Schutz langfristig erhalten bleibt“, so Helge Schreiber vom DHSV gegenüber dem „shz“. Die tiefen Spuren der Maschinen würden ohnehin in wenigen Jahren verschwinden.

Doch ob das genügt, um die Wogen der Empörung zu glätten? Die Fronten bleiben verhärtet. Während die Bagger bereits abziehen, bleibt bei vielen Spaziergängern ein bitterer Nachgeschmack. War das wirklich ein Schutzprojekt – oder doch ein massiver Eingriff in eine der letzten unberührten Naturlandschaften an der Nordsee?