Für Rügen war das vergangene Jahr wie für viele andere Inseln und Küstenorte kein leichtes.
Für alle, die mit Tourismus zu tun haben, sei das von Corona geprägte Jahr in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich und eine riesige Herausforderung gewesen, sagt Knut Schäfer, der Vorsitzende des Tourismusverbands Rügen der „Ostsee Zeitung“. Doch auf der Insel hat sich noch etwas verändert. Und da sieht er großen Nachholbedarf.
Rügen: Diese Idee auf der Insel ist gescheitert
Einst als Gesellschaft für das zentrale Marketing der Insel gegründet, wurde in vergangenen Jahr die Tourismuszentrale Rügen (TZR) aufgelöst. Sie galt einst als Hoffnungsträger für eine Vermarktung der Gesamtinsel.
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Das ist Rügen:
- Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
- Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
- Etwa 77.000 Menschen leben hier
- Rügen ist zehnmal größer als Sylt
- Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
- Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete
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„Die Idee der TZR ist daran gescheitert, dass nur sechs von 39 Gemeinden mitgemacht haben, teilweise aus finanziellen Gründen, teilweise aufgrund von individuellen Vorbehalten“, sagt Knut Schäfer in der „Ostsee Zeitung“.
Über fünf Jahre trugen die Gemeinden Baabe, Binz, Göhren, Putbus, Sassnitz und Sellin die Gesamtkosten für das Tourismusmarketing. Doch damit ist jetzt Schluss. Und das hat natürlich Konsequenzen.
Aufgaben auf Rügen müssen neu verteilt werden
Denn damit die Insel auch weiterhin Fördermittel erhält, fordere das Land für touristische Regionen in einem Gutachten eine sogenannte DMO, eine „Destination Management Organisation“, erklärt der Vorsitzende des Tourismusverbandes in der „Ostsee Zeitung“.
Daher benötige Rügen eine inselweite Neuorganisation. Zwar habe der Tourismusverband Rügen (TVR) zunächst die wichtigsten Aufgaben übernommen, wie zum Beispiel die Fortführung der Internetpräsenz – aber dabei soll es nicht bleiben.
Ein Grund ist, dass aktuell nur 15 Gemeinden Mitglied im TVR seien, sagt Schäfer. Und: „Die personelle und finanzielle Ausstattung des Verbands ist derzeit noch nicht dafür ausgelegt, die definierten Aufgaben einer Managementorganisation im Sinne einer DMO innovativ und zukunftsgerichtet zu übernehmen.“
Tourismuschef will Investoren auf Rügen zur Kasse bitten
Vor allem die Finanzierung ist daher ein Thema, das es zu besprechen gilt. „Die finanzielle Grundausstattung so einer Organisation würde nach einem Landesgutachten bei mindestens 1 Million Euro im Jahr liegen, für Rügen eher 1,4 Millionen“, erklärt Schäfer.
Wie das finanziert werden soll? „Zum Beispiel durch eine Tourismus-Umlage der Städte und Gemeinden, die sich aus der Bettenzahl errechnet.“ Dabei sollen dann auch die privat vermieteten Betten mit einbezogen werden.
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Und eine weitere Idee bringt der Tourismuschef ein: „Man könnte auch über ungewöhnliche weitere Finanzierungsmaßnahmen nachdenken, wie beispielsweise eine Art ‚Strafzahlung‘ der Investoren für neu errichtete Betten um ein unkontrolliertes Bettenwachstum zu verhindern.“
Diese Aussagen werden Einheimische auf Rügen gerne hören
Ob sich das umsetzen lässt? Schäfer jedenfalls sieht schon jetzt ein Umdenken auf Rügen: „Ich denke da zum Beispiel an Lohme, wo das geplante große Gesundheitshotel nach dem Willen der Gemeinde dann eben nicht gebaut wurde.“
Vor allem die Akzeptanz des Tourismus bei der einheimischen Bevölkerung dürfe nicht verloren gehen. Diese sei „ein Teil der gesamten Region und Kultur und schlussendlich für den Erfolg des Tourismus maßgeblich.“
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Diese Aussagen dürften wohl viele Insulaner gerne hören. (mk)