Seit Monaten herrscht Stillstand bei einem wichtigen Bauvorhaben für Sylt. In Westerland soll etwas Wichtiges entstehen, doch die endgültige Entscheidung liegt in den Händen der Politik.
Die Specht-Gruppe aus Bremen plant ein Pflegezentrum mit 70 Pflegeplätzen, 20 altersgerechten Wohnungen und zusätzlichen Mitarbeiterwohnungen auf Sylt. Doch noch fehlt das entscheidende Baurecht, ohne das der Kauf des Grundstücks nicht abgeschlossen werden kann.
Sylt braucht Pflegeplätze, doch das Baurecht fehlt
Bereits vor rund einem Jahr wurden die Pläne für das Pflegeheim erstmals in den kommunalpolitischen Gremien der Insel diskutiert. Im Mai 2024 stellte Architekt Moritz Greiling die ersten Entwürfe vor. Die Idee: Eine moderne, aber bezahlbare Einrichtung, die den steigenden Bedarf an Pflegeplätzen auf Sylt decken soll.
Doch die Umsetzung steht und fällt mit der politischen Entscheidung. Rolf Specht, Geschäftsführer der Specht-Gruppe, erklärt Berichten der „shz“ zufolge: „Der Wille ist absolut da, wir hoffen jetzt, dass wir schnellstmöglich das Baurecht gewährt kriegen und dann schauen wir weiter.“
+++ Sylt: Wochenlange Bauarbeiten! Hier müssen Pendler sich auf Ausfälle einstellen +++
Pflegeheim auf Sylt: Senioren warten
Die Gespräche mit der Eigentümerseite seien zwar konstruktiv, doch ohne grünes Licht der Gemeinde gehe es nicht voran. Die Dringlichkeit des Bauprojekts wird von vielen Stimmen auf Sylt betont. Laut Ulrike Körbs, Vorsitzende des Sozialausschusses, gibt es auf der Insel nur zwei stationäre Pflegeheime und die Nachfrage nach Pflegeplätzen steigt stetig.
Hier mehr News:
Viele Senioren müssen aktuell auf das Festland ziehen, weil es auf Sylt an Kapazitäten fehlt. Körbs sieht das Pflegeheim als echten Gewinn für die Gemeinschaft an. Sie fände es schön, wenn ältere Insulaner ihren Lebensabend auf der Insel verbringen könnten, statt auf das Festland ausweichen zu müssen.
Sylt: Senioren müssen aufs Festland ziehen
Auch in den sozialen Medien wird das Thema heiß diskutiert. Viele Nutzer begrüßen das Projekt, weil es nicht nur für Senioren, sondern auch für Pflegekräfte bezahlbaren Wohnraum schaffen soll. Doch einige befürchten, dass sich der Prozess noch jahrelang hinziehen könnte. Die Specht-Gruppe betont, dass es sich bei dem Bauvorhaben nicht um ein Luxusobjekt für Wohlhabende handelt.
Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt werden kann, hängt nun von den politischen Gremien der Gemeinde Sylt ab. Fachanwalt Jens Patzke, der die Eigentümerseite vertritt, hofft, dass der Bauausschuss im März über den Aufstellungsbeschluss abstimmt. Doch Bauausschussvorsitzender Erik Kennel ist skeptisch. Er rechne erst im April mit einer Entscheidung.