Ein Problem, das schon lange auf der schönen Nordsee-Insel Sylt herrscht, spitzt sich zu: illegale Ferienwohnungen. Langsam liegen die Nerven blank.
Eine EU-Verordnung ab 2026 verschärft die Lage auf Sylt – ohne eine schnelle Lösung droht der Insel-Kollaps.
Sylt: Die Situation eskaliert
Im Bauausschuss am Montagabend (10. Februar) berichtete Kreisbaudirektor Burkhard Jansen über den Sachstand bei den Kontrollen illegaler Ferienwohnungen auf Sylt. Es fiel mehrfach das Wort „Panik“, wie „shz“ berichtet. Vor Ort: mehr als 100 Besucher. Auf der einen Seite der Vertreter der Bauaufsicht, der sich strikt an Verordnungen und Gesetze halten muss – auf der anderen Seite Sylter Bürger, Unternehmer und Vermieter, die vom Tourismus leben.
85 Prozent der Ferienwohnung in Wenningstedt-Braderup sind nicht genehmigt. In Morsum sogar nahezu 100 Prozent. Und auch wenn bisher in anderen Gemeinden noch keine gesicherten Zahlen vorliegen – auch dort dürfte die Situation nicht besser sein. Immobilienunternehmer Ole König formulierte es so: „Für Sie, Herr Jansen, ist es eine Aktenlage. Für uns ist es existenziell.“ Doch was nun?
+++ Sylt räumt im Ranking ab – womit, ist nur noch lächerlich +++
Sylt: EU-Verordnung ist ein „Riesenproblem“
Jansen stellt klar: Es gäbe keinen Weg vorbei an der Überarbeitung und Anpassung von Bebauungsplänen. Für eine flächendeckende Lösung à la Sylt-Charta gäbe es derzeit keine Rechtsgrundlage. Christine Sasse von der Ortsentwicklung nennt erstmals Zahlen. So müssten allein in der Gemeinde Sylt 110 Bebauungspläne „angefasst“ werden. Das sei auf zehn Jahre ausgelegt. Doch von Beruhigung ist keine Rede, denn eine neue EU-Verordnung, die Mai 2026 in Kraft tritt, stellt ein „Riesenproblem“ dar.
Wie selbst Burkhard Jansen einräumt, hänge diese „wie ein Damoklesschwert“ über den Tourismus-Orten in Schleswig-Holstein. Die Verordnung hält fest, dass Vermieter von Ferienwohnungen sich auf führenden Buchungs-Portalen von Airbnb bis booking.com registrieren müssen, wenn sie Objekte anbieten möchten. Das Problem dahinter: Eine Registrierungsnummer erhält nur, wessen Ferienwohnung genehmigt ist.
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Unter anwesenden Unternehmern bleibt Panik. Architekt Tim Steindorff hält fest: „Es brennt lichterloh. Wir können hier alle abschließen, wenn wir keinen Schritt weiterkommen.“