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Hamburg: Merkel warnt offen vor AfD – und macht sich selbst zur Zielscheibe

Altkanzlerin Angela Merkel hat noch was zu sagen. In Hamburg warnte sie vor Zusammenarbeit mit der AfD – und findet nicht nur Zustimmung.

© Marcus Brandt/dpa

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Altkanzlerin Angela Merkel hat sich am Donnerstag (6. Februar) in Hamburg besorgt über die politische Lage in Deutschland gezeigt. Bei einer Veranstaltung bekräftigte sie ihre Haltung zur umstrittenen Abstimmung von CDU und AfD im Bundestag.

Ihr erster öffentlicher Auftritt nach dem Vorstoß von Friedrich Merz (CDU) im Bundestag erntet sie mit ihrem Auftritt in Hamburg nicht nur Wohlwollen. Kritiker sehen in ihr die „Wurzel allen Übels“…

Hamburg: „Nicht für richtig gehalten“

Im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg sprach Angela Merkel am Mittwoch auf Einladung der Wochenzeitung „Die Zeit“. Es war ihr erster öffentlicher Auftritt nach der Kritik an CDU-Chef Friedrich Merz und der Abstimmung von CDU und AfD im Bundestag. Sie verzichtete darauf, ihre Kritik an Merz zu verschärfen, stellte jedoch klar: „Ich bin Bürgerin, ich bin Bundeskanzlerin a.D. und habe es nicht für richtig gehalten, in solch einer entscheidenden Situation einfach zu schweigen.“

Merkel zeigte sich besorgt über die politische Stimmung im Land. Sie betonte, dass die politische Debatte zwar unterschiedliche Positionen zulasse, aber auch die Bereitschaft zum Kompromiss notwendig sei. Kritiker ordnen die Äußerungen als „schlechten Stil“ ein, gar für eine „Frechheit“.

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Hamburg: Kritik an der AfD

Die frühere Kanzlerin äußerte sich auch zur Zusammenarbeit mit der AfD. Sie räumte ein, dass mehr gegen illegale Migration getan werden müsse, stellte jedoch klar: „Aber nicht um den Preis, mit einer Partei zusammenzuarbeiten, die die Grundlagen unseres Zusammenarbeitens abschaffen will.“


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Kritik formiert sich vor allem in den sozialen Netzwerken – während andere das einstehen Merkels für demokratische Werte feiern. Die Altkanzlerin sei die „Wurzel allen Übels“, verkünden Unzufriedene via Facebook, die Zustimmung ist enorm. Eine Anspielung auf Merkels „Wir schaffen das“-Kurs ab 2015. Andere sehen in Regierungskonstellationen der vergangenen 10 Jahre das Ur-Problem, Merkel gilt als verhasste Gallionsfigur.