In Großhansdorf gibt es zur Zeit eher Abstellgleis statt Aufschwung beim HVV. Der kleinste U-Bahnhof im ganzen Netz bleibt weiter eine Dauerbaustelle
Man könnte den Bahnhof auch als geplatzten Traum bezeichnen. Eigentlich ist hier eine Sanierung geplant gewesen, doch dann hat die Hamburger Hochbahn kurzerhand die Reißleine gezogen.
HVV: Kiekut kommt nicht vom Fleck
Dabei war der Plan so klar. Schon 2023 sollte der marode Übergang zwischen der Schalterhalle und dem Bahnsteig verschwinden. Und unter dem Projektnamen „Kiekut 2025“ durch ein schickeres Exemplar ersetzt werden. Doch jetzt heißt es „Kiekut 2029“. Das trifft die rund 800 HVV-Fahrgäste, die den Bahnhof täglich nutzen, hart.
Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, gibt sich die Hochbahn-Sprecherin Saskia Huhsfeldt pragmatisch: „Es wird aufgrund von anderen Großprojekten, die eine höhere Dringlichkeit haben, zurückgestellt.“ Gemeint ist unter anderem die ehrgeizige neue U5-Strecke, die quer durch Hamburg rauschen soll, von Bramfeld über den Hauptbahnhof bis zum Volksparkstadion. Aber auch die U4-Verlängerung und neue Haltestellen halten die Bau-Teams auf Trab.
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HVV setzt klare Prioritäten
Bis 2029 heißt es für die Fahrgäste also weiter Geduld haben. Die Übergangslösung wird abgebaut, aber der Rest des Bahnhofes bleibt ein Sanierungsfall. Für die beschauliche 9500-Seelen-Gemeinde Großhansdorf, die mit gleich drei U-Bahnhöfen gesegnet ist, ein kleiner Skandal.
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Denn ausgerechnet Kiekut, einst unter dem Namen Schmalenbeck Ost um 1915 gebaut, bleibt weiter das ungeliebte Sorgenkind der U1. Kiekut wird somit zum Geduldsbahnhof. Während Hamburg groß träumt von neuen Strecken und Mega-Haltestellen, heißt es hier eher Stillstand auf 100 Jahre alten Gleisen.